Die Region Graz - von Stadt auf Land in 10 Minuten.
Nirgendwo als in den grünen Hügeln der Grazer Umgebung kann man seinen Gedanken besser freien Lauf lassen. Oder in der malerischen Grazer Innenstadt nach einem Einkaufsbummel lukullischen Genüssen frönen und Geschichte und Kultur hautnah erleben. Graz - Landeshauptstadt der Steiermark, zweitgrößte Stadt Österreichs, am Ostrand der Alpen, zu beiden Seiten der Mur, unterhalb von deren Durchbruch durch das steirische Randgebirge und das Grazer Bergland im Grazer Becken. Das Stadtbild wird von Mur, Schlossberg und den Randbergen bestimmt. Bauwerke von der Gotik bis zur Moderne sind in hervorragenden Beispielen vertreten. Das Stadtgebiet gab archäologische Funde seit der Jungsteinzeit frei; Steindenkmäler und Bodenfunde beweisen die Anwesenheit der Römer; die alpenslawisch-karantanischen Spuren des Früh-Mittelalters sind fast ausschließlich in Orts-, Fluss-, Flur- und Bergnamen fassbar, auch im Namen der Stadt selbst (slawisch gradec = kleine Burg) und in Ortsteilnamen wie Andritz, Gösting und Straßgang. Der Ortsname Graz blieb bis ins 19. Jahrhundert auch in der Schreibung Grätz erhalten (im Mittelalter zur Unterscheidung gegenüber dem untersteirischen Windischgraz auch als Bairisch-Grätz bezeichnet).
Die baierische Besiedlung nach Mitte des 10. Jahrhunderts ist aus Namen wie Baierdorf, Wetzelsdorf, Algersdorf, Guntarn erkennbar. Siedlungskerne des mittelalterlichen Graz sind an der Straßengabelung Sporgasse- Hofgasse und in der Sackstraße zwischen Mur und Schlossberg zu sehen, auf dem vielleicht in der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts eine Burg entstand. 1128 wird die Siedlung erstmals urkundlich genannt, die Burg auf dem Schlossberg war um 1130 traungauischer Herrschaftssitz (Otakare).
Um 1147 wurde in der heutigen Sackstraße ein Straßenmarkt gegründet. Das älteste urkundlich genannte Haus von Graz ist der "Reinerhof" von 1147. Um 1164 erfolgte die Anlage eines 2. Markts (heutiger Hauptplatz) unter Markgraf Otakar III. 1172 ist Graz als Markt, 1189 als "civitas", 1268 als "oppidum" genannt. Ab 1379 (Neuberger Teilungsvertrag) war Graz Residenz der Leopoldinischen Habsburger für Innerösterreich.
Gegenreformation und Bannung der Türkenbedrohung nach 1664 brachten die Barockisierung der Stadt. Auflassung und Schleifung der meisten Stadtbefestigungen bis 1811 ermöglichten eine Ausbreitung der Stadt vor allem nach Süden und Osten.
1770 erfolgte die Numerierung der Häuser, 1786 die Verlegung des Bischofssitzes von Seckau nach Graz. Die Jesuiten- bzw. frühere Stadtpfarrkirche St. Ägidius wurde Dom. 1869/72 wurde der Stadtpark ("Gartenstadt" Graz) angelegt, 1811 das Joanneum als technische Lehranstalt und Museum durch die Landstände
auf Anregung Erzherzog Johanns gegründet. Ab 1840 begann sich Graz zur Großstadt zu entwickeln, vor allem mit dem Anschluss an die Südbahn 1844; Graz wurde zur "Pensionopolis" der Monarchie.Groß-Graz entstand 1938 durch Eingemeindung von 10 heutigen Bezirken. Zu den Bezirken Innere Stadt, St. Leonhard, Geidorf, Lend, Gries, Jakomini kamen noch Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Maria Trost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf und Straßgang sowie 1988 Puntigam. Heute besteht Graz aus 17 Bezirken. Das Gemeindegebiet hatte sich 1938 von 21,6 km2 auf 127,29 km2 vergrößert. Im 2. Weltkrieg wurde Graz vor allem 1944/45 stark in Mitleidenschaft gezogen (vollständige oder teilweise Zerstörung von 16 % aller Gebäude), 1788 Einwohner wurden getötet.
Durch die politischen Umwälzungen in den Nachbarländern seit Ende der 80er Jahre entwickelt sich Graz zunehmend zu einem "Tor nach Südosten". - 1999 wurde die Altstadt von Graz in der Kategorie Kulturdenkmal in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen.
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